

Am 25.01 stand Wandern auf dem Programm. Der Küstenabschnitt des Heaphy Tracks, der als einer der acht „Greatwalk´s“ ausgeschrieben ist, sollte es sein. Da der Karuhangi National Park sich als größter Neuseelands bezeichnen kann, ist es eine weite Strecke von dem einen Ende des Walks zum Anderen zu fahren und der Transfer dementsprechend teuer. Dies war der Grund warum wir uns nicht dafür entschieden haben den kompletten Track über 5 Tage und 82km zu trampen, sondern nur den schönsten Teil an der Küste zu laufen. Wir buchten uns für eine Nacht in der Heaphy Hut am Ende des Küstenabschnitts ein. Der Walk bis dort hin war mit 5 Std. angegeben, also locker an einem Tag zu schaffen.
Da wir eine Bucht bei Niedrigwasser durchqueren mussten und dies am Nachmittag der Fall war, brauchten wir nicht zwingend früh aufzustehen. Bis wir all unsere Sachen zusammen gepackt und gefrühstückt hatten war es halb zwölf und wir gingen los.
Der Weg war einfach zu laufen und ging minimal Berg auf und Berg ab. Er führte uns durch den Busch, an der Küste entlang sowie durch Palmenwälder.

Der Track mit den schönen Nikaupalmen und der wilden Küste im Hintergrund war für mich der Schönste, den ich bis jetzt gelaufen bin. Nach 3 Std. machten wir eine Pause, entspannten unsere Beine, aßen ein Sandwich und eine Orange. Eine halbe Std. nachdem wir wieder los gelaufen waren überkam mich die Lustlosigkeit und es war Zeit für Musik. Ich schaltete meinen Ipod ein und ging (leise) Mitsingenderweise weiter. Doch so lange brauchte ich mich mit der Musik gar nicht mehr motivieren, denn schon eine weitere halbe Std. später kamen wir an der Hütte an. Insgesamt waren wir jetzt ca. 4 Std. gewandert (reine Laufzeit).
Kaum hatte ich meinen Rucksack abgeschnallt, wurde ich auch schon von den lästigen Sandflies belagert und gestochen. Simon suchte uns zwei Matratzen in dem Bettenlager aus und packte unsere Schlafsäcke drauf.

Die Holzhütte kann man sich folgenderweise vorstellen: Ein großer Raum, der einen Küchenbereich mit Sitzecke und zwei Schlafräume beeinhaltet. In den Schlafräumen befinden sich an beiden Seiten Hochbetten, die über die komplette Länge des Raumes gebaut wurden. In der Mitte ist Platz für einen kleinen Gang. Der kleinere Raum hatte nur auf einer Seite Betten. Wir schiefen in dem größeren Raum, oben. Das Hochklettern der Leiter kam mir ein wenig wie in Boltenhagen vor :-).
Damit uns die Sandflies nicht ganz zerstachen, gingen wir runter zum Strand. Mir reichte es allerdings aus mit den Füßen ins Wasser zu gehen, da es doch sehr kalt war. Wir legten uns in den Sand und dösten etwas. Zurück in der Hütte kochten wir uns Nudeln mit Soße (für manche Leser das Lieblingsessen ;-) )
Da ich ja immer nicht so gut einschlafen kann, wenn so viele Leuten in einem Raum zusammen schlafen (ich bin leider zu Geräuschempfindlich geworden, tja mein ruhiges Zimmer zu Hause hat scheinbar auch seine Nachteile…) lag ich noch lange Zeit wach. (Kim, du tust mir echt Leid, ich würde abdrehen wenn das öfters so wäre…)
Gegen 7 Uhr erwachte ich das erste Mal, döste aber bis 7.40Uhr noch vor mich hin, bis es dann lauter wurde und einer nach dem anderen anfing seine Sachen einzupacken. Simon wurde auch wach, wollte aber wie immer noch nicht hoch, also las ich noch ein wenig mein unterhaltsames Buch weiter.
Um ca. 9.30Uhr machten wir uns dann auf den Weg zurück zu unserem Auto. Der Weg war zwar der Selbe dennoch wieder schön zu laufen. Zum Ende wurde wieder der Ipod gezückt um mir noch etwas Motivation zu entlocken, allerdings war ich nicht mehr bereit das vorherige Tempo zu halten.

Trotzdem kamen wir 20 Min. schneller als auf dem Hinweg beim Auto an.
Allem in allem hat mir der Track sehr gut gefallen und es hat sich die Fahrt hierher gelohnt.
Für Mama und Papa:
Wir haben uns hinterher noch die Höhlen angeguckt. Allerdings ist das große Höhlesystem nur per Tour zu erreichen, das muss damals noch offen gewesen sein…? Wir konnten uns aber kleinere Höhlenabschnitte frei angucken, was auch schon toll war. Die Wege dort hin scheinen neu angelegt zu sein, genauso wie die Infotafeln und das Toilettenhaus auf dem Parkplatz.